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   Initiative familienbewusste Personalpolitik–>Grußworte

 

Es kommt sicherlich nicht von ungefähr, dass sich die Initiative Familienbewusste Personalpolitik in der Metropolregion Nürnberg engagiert: Das Bündnis für Familie zeigt den Nürnberger Familien, dass sie hier willkommen sind – und hat mit seinen vielfältigen Initiativen bundesweiten Vorbildcharakter. Familienpolitisches Engagement wie hier in der Stadt Nürnberg oder des Freistaates Bayern muss sich allerdings heutzutage mehr denn je vergegenwärtigen, dass familienpolitische Maßnahmen ohne Einbeziehung der Frage nach Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit und ohne Arbeitgeber und Sozialpartner Stückwerk bleiben:

 

Die Lebensgestaltung insbesondere von Frauen hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt: In den letzten 20 Jahren ist die Frauenerwerbsquote um über 20 % gestiegen; Bayern weist bundesweit mit 62,7 % sogar die höchste Frauenerwerbstätigenquote auf. Die Shell-Jugendstudie 2006 zeigt, dass junge Frauen im Bereich der Schulbildung die jungen Männer überholt haben und auch häufiger höherwertige Bildungsabschlüsse anstreben: 55 Prozent der befragten Mädchen und nur 47 Prozent der Jungen streben das Abitur an.

 

Junge Erwachsene sind nach den Feststellungen des Siebten Familienberichts gerade in Deutschland einem besonderen Zeitdruck in der sog. „Rush-Hour des Lebens“ ausgesetzt. In der relativ kurzen Lebensphase zwischen 27 und etwa 35 Jahren treffen und realisieren sie Entscheidungen, die ihr ganzes weiteres Leben wesentlich prägen werden: Abschluss der Ausbildung, Eintritt in das Berufsleben, die Etablierung und Weiterentwicklung im Beruf konzentrieren sich auf eine Phase, in die regelmäßig auch die Entscheidung zur Partnerwahl und Familiengründung fällt und manchmal zu Kollisionen führen.

 

Die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit bedeutet für viele Familien einen äußersten Kraftaufwand. Familienpolitik kann durch bessere Rahmenbedingungen ihren Teil dazu beitragen, die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit für junge Eltern zu verbessern. Lassen Sie mich als ein Beispiel auf die in diesem Zusammenhang wohl wichtigste familienpolitische Leistung eingehen, den Ausbau der Kinderbetreuung. Familienbewusste Personalpolitik ist keine Einbahnstraße. Mit Blick auf den sich weiter abzeichnenden Fachkräftemangel wird die Familienfreundlichkeit eines Unternehmens in Zukunft einer der entscheidenden Wettbewerbsfaktoren werden. Unternehmen, die es ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erleichtern, Familie und Erwerbstätigkeit zu vereinbaren, erhöhen die Zufriedenheit, Motivation, Leistungsbereitschaft und Bindung ihrer Beschäftigten.

 

Die Initiative Familienbewusste Personalpolitik hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Metropolregion Nürnberg zur ersten Adresse für Familien in Deutschland wird. Ich danke allen Beteiligten für Ihr unermüdliches Engagement. Im Sinne der Familien in und um Nürnberg wünsche ich der Initiative, dass sie ihren Schwung beibehält und möglichst viele Betriebe diesen Schwung mitnehmen!

 

Christa Stewens

Staatsministerin

Bayerisches Staatsministerium

für Arbeit und Sozialordnung,

Familie und Frauen

 

www.familienbewusste-personalpolitik.de/